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Finanzierungs- und Investitionsprogramme

 

Finanzierungsmöglichkeiten

Prodec

Das Programm zur Entwicklung der Unternehmen Santa Catarinas (Prodec) hat zum Ziel, Förderanreize zu bieten zur Ansiedlung oder Erweiterung von Unternehmen der Industrie oder Agroindustrie, die in Santa Catarina Arbeitsplätze und Einkommen schaffen. Es handelt sich dabei um den vollständigen Verzicht oder teilweisen Aufschub der ICMS-Steuer (Steuer auf Warenzirkulation und Dienstleistungen), die bei dem Unternehmen anfällt.

BASISKONDITIONEN:

  • Gesamtbetrag der Förderung (Gesamtwert der Operation - 100% der fixen Investitionskosten, ausgenommen das Grundstück
  • Förderprozentsatz - bis zu 75% der ICMS Steuerschuld
  • Förderdauer - bis zu 200 Monate für Betriebe der Textil-, Agroindustrie-, Metall- und Automobilwirtschaft; 120 Monate für alle übrigen industriellen Aktivitäten
  • Karenzzeit - maximal 48 Monate für jede Rate, abhängig von der Bewertung des Projektes
  • Amortisierung - jede Förderungsrate muss an das Finanzministerium in voller Höhe nach Ablauf der Karenzzeit gezahlt werden
  • Zinsen - Die Gesetzgebung sieht bis zu 12% p.J. vor; es bleibt jedoch der beratenden Versammlung des Prodec vorbehalten, für das Projekt einen angemessenen Zinssatz festzusetzen. Dies geschieht auf der Basis einer Auswertung der im Bewertungsverfahren vom Projekt erreichten Punktzahl. Bewertet werden unter anderem die Schaffung von Arbeitsplätzen, der Technologiezuwachs, die Unternehmensform, die Lokalisierung der Fabrik und die Umweltfreundlichkeit.
  • Vorrangig geförderte Regionen - die Bergregion (Planalto Serrano) und die nördliche Hochebene (Planalto Norte)

 

Prodetur Sul (Entwicklungsprogramm für den Tourismus)

Zwischen 2003 und 2006 wird das Bundesprogramm zur Entwicklung der touristischen Infrastruktur umgesetzt. Es sind 200 Millionen US-Dollar dafür veranschlagt, dabei 40% Eigenbeteiligung der Bundesstaaten des brasilianischen Südens. Durch das Projekt werden 60 Millionen US-Dollar nach Santa Catarina fließen. Das Programm wird durch diese Investitionen in den Tourismus Arbeitsplätze und Einkommen schaffen.

 

Investitionsbanken

In Santa Catarina gibt es zwei Investitionsbanken, die darauf ausgerichtet sind, die Bedürfnisse der Unternehmen zu bedienen. Beide geben Finanzmittel weiter, die von der Nationalen Bank für Wirtschaftliche und Soziale Entwicklung (BNDS) stammen sowie von anderen Finanzquellen.

BADESC S/A - FÖRDERUNGSBANK VON SANTA CATARINA AG:

  • Kreditvolumen - circa 1 Milliarde Reais
  • Ziel des Vierjahresplans 2003-06 - Vergabe von etwa 1 Milliarde Reais in neuen Krediten, mit Schwerpunkt auf den Kleinst- und Kleinbetrieben, dazu 150 Millionen Reais für Mikrokredite
  • Benefizienten - Praktisch alle Sektoren der Wirtschaft Santa Catarinas. Es existieren einige Sektoren, die aufgrund von Marktrestriktionen, Technologie, Überangebot, nur beschränkt förderungsfähig sind, darunter rote Keramik, Hotelwesen an der Küste und Textilbetriebe. Badesc legt ihren Schwerpunkt auf Kleinst- und Kleinbetriebe, die zwischen 80 und 85% aller Operationen und 55% des vergebenen Kreditvolumens ausmachen.
  • Was kann finanziert werden - Fixe Investitionen (Bauvorhaben, Maschinenpark, industrielle Anlagen) und Umsatzkapital. Die traditionelle Kreditlinie finanziert nicht den Erwerb von Immobilien, wofür eigene Kreditlinien wie Badesc Cooperar existieren. Die Badesc finanziert über ein eigenes Programm außerdem den Entwicklungsfond für Städte und Gemeinden, der administrative Modernisierungen und Investitionen in die Infrastruktur fördert.
  • Fristen und Bedingungen - Unterschiedlich. Allgemein gilt eine Karenzzeit zwischen 12 bis 24 Monaten, während der die geförderte Firma nur dreimonatlich die vertraglich vereinbarten Zinsen zahlt. Der Amortisierungszeitraum variiert zwischen 48 und 72 Monaten bei monatlicher Ratenzahlung.
  • Förderungslimit - Zwischen 60 und 90%, das im Falle von Kleinstfirmen auf bis zu 100% ansteigen kann (Umsatzkapital). Im Fall von Firmengründungen ist die Finanzierung auf 50% der Gesamtinvestition beschränkt.

 

BRDE - REGIONALE ENTWICKLUNGSBANK FÜR DEN ÄUßERSTEN SÜDEN:

  • Vierjahresplan 2003/2006 - 115 Millionen Reais pro Jahr, davon 34,5 Millionen für den primären Sektor, 51,5 Millionen für den sekundären und 28,7 Millionen für den tertiären
  • Benefizienten: Industrie, Handel, Dienstleister, Betriebe der Geflügelzucht, Infrastrukturmaßnahmen, Privatpersonen
  • Was kann finanziert werden - unter anderem Bauvorhaben, Erweiterung oder Renovierung der Firmenanlagen, Erwerb von Maschinen, Entwicklung von Programmen und Produkten, Ausbildungs- und Weiterbildungsmaßnahmen von Personal, Energiesparmaßnahmen, an die zu tätigende Investition gebundenes Umsatzkapital. Das spezielle Programm BRDE-Kleinstbetriebe bietet besondere Konditionen und eine vereinfachte Formularstruktur für jene Kleinbetriebe, die mehr als zwei Jahre tätig sind oder bei denen der Unternehmer für diesen Zeitraum Berufserfahrung nachweist. Ein weiteres Spezialprogramm finanziert Umsatzkapital zur Produktion von Exportgütern.
  • Fristen - Bis zu fünf Jahre, bei einer Karenzzeit von zwei Jahren, die in die Gesamtfrist eingerechnet wird. Es gibt bezüglich der Fristen Flexibilität, je nach Unternehmensprofil.
  • Förderungslimit - zwischen 60 und 90%, je nach Förderungsobjekt und Firmengröße.

 

Kredite für Klein- und Kleinstbetriebe

Zwischen 2003 und 2006 wird Sebrae-SC, die Institution zur Unterstützung von Kleinst- und Kleinbetrieben in Santa Catarina, 41,3 Millionen Reais in Projekte und Aktivitäten investieren, die das Wirtschaftsleben in Santa Catarina entwickeln helfen. Die Institution bietet Informationen zu möglichen öffentlichen Kreditlinien und sucht nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Gemeinsam mit den Staatsbanken Banco do Brasil und Caixa Econômica Federal sowie BRDE und Badesc bietet sie Kreditlinien für Investoren mit beteiligtem Umsatzkapital an.

Priorität haben für diese Institution Managementprogramme zur sozioökonomischen Entwicklung. Sie werden mehr als 21 Millionen Reais erhalten, insbesondere das so genannte Programm Santa Catarinas zur Regionalen und Sektoralen Entwicklung, das Aktionen zur regionalen technologischen Analyse, regionalen Förderungsbanken, zur Förderung von produktiven Zentren und Produktionsketten vorsieht. Darunter ragt in den Bereichen Tourismus und Kunsthandwerk die finanzielle Unterstützung von 15 Gemeinden Santa Catarinas heraus und daneben das Programm Nachhaltiges Landleben, das beabsichtigt, die ländlichen Kleinproduzenten durch die Förderung biologisch-organischer Anbauformen zu stärken.

 

Investitionsmöglichkeiten

Der Industrieverband Santa Catarinas Fiesc veröffentlichte eine Studie, in der 48 Schlüsselvorhaben identifiziert werden, die entwicklungsfördernd wirken, insbesondere in den Sektoren in denen der Bundesstaat über natürliche Vorteile verfügt. Sie repräsentieren ein Investitionspotential von beinahe 30 Milliarden Reais im Verlauf des Jahrzehnts. Vier Schlüsselprojekte erlauben Synergieeffekte und wirken als Multiplikatoren:

 

Die Transcatarina Gasleitung

Diese Pipeline wird in West-Ost-Richtung durch Santa Catarina laufen und im Bereich der Stadt Joinville mit der bereits existierenden Brasilien-Bolivien-Pipeline verbunden werden. Ihre Wirkung wird zuallererst darin bestehen, das Volumen thermischer Energiegewinnung zu erhöhen. Mehrere industrielle Aktivitäten - insbesondere die Sektoren der Agroindustrie, der Keramik- und Glasindustrie, Metall- und Maschinenbauindustrie sowie eine mögliche Gas-Chemiefabrik - wären potentiell Nutznießer des Erdgases.

Die Transcatarina Eisenbahnlinie

Der Vorschlag des Baus einer Eisenbahnverbindung zwischen Landesinnerem und der Küste verdient eine Wirtschaftlichkeitsstudie aus mehreren Gründen, wie der allmählichen Rückkehr das Gütertransportes auf der Schiene infolge der durch private Betreiberkonzessionen bewirkten Effizienzzuwächse; der wachsenden ökonomischen Kraft des Landesinneren; und der Erwartung eines langfristig größeren Frachtvolumens, insbesondere an aus den wachsenden Wiederaufforstungen stammendem Holz und Holzprodukten. Die TransCatarina Eisenbahnlinie wäre potentiell Bestandteil der Bioceânica Eisenbahnlinie, einem ehrgeizigen Projekt zur Verbindung des Kontinents.

Der Hafenkomplex von Babitonga (Hafen von Sao Francisco do Sul und Porto de Itapoá)

Das Wachstum des internationalen Frachtgutes im Süden und Südosten Brasiliens beweist eine starke Nachfrage nach Dienstleistungen im Containerfrachtwesen. In dem Maße, in dem die Küstenschifffahrt an Effizienz gewinnt, wird diese Nachfrage noch zunehmen. Es existieren Pläne von privater Hand, im Norden der Babitongabucht ein großflächiges Areal zu erschließen und einen modernen Containerterminal mit Infrastruktur für industrielle Aktivitäten zu errichten. Mittel- und langfristig wären dann die beiden Häfen São Francisco do Sul und Itapoá wahlweise die Bestimmungshäfen für die aus dem Landeinneren kommenden Eisenbahnlinien.

Reflore SC - Kommerzielle Wiederaufforstungsmaßnahmen

Santa Catarina besitzt ausgezeichnete natürliche Voraussetzungen für die Wiederaufforstung durch Pinienbäume, die in der Papier- und Zelluloseproduktion verwendet werden. Der Bundesstaat besitzt die Voraussetzungen, zu einem der wichtigsten nationalen Zulieferer des Rohmaterials Holz zu werden. Es ist ihm möglich alle Glieder der Produktionskette im Holzsektor zu beliefern. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die wieder aufgeforstete Fläche in einem Zeitraum von 20 Jahren um 1 Million Hektar zu vergrößern, dies bei einem Rhythmus von etwa fünfzigtausend Hektar pro Jahr.

Weitere vom Industrieverband ausgemachte Investitionschancen beinhalten, im Energiesektor, kleine Wasserkraftwerke und thermoelektrische Kraftwerke auf der Basis von Erdgas, Kohle und Biomasse. Die Agrarwirtschaft bietet gute Geschäftsperspektiven in den Bereichen organischer Landbau, Dehydritierung von Zwiebeln; Milch und Milchprodukten; Apfelproduktion; Möbel, Papier und Zellulose; Holzfurniere; Fisch- und Meeresfrüchtezucht; Silos und Lagerhäuser; Weinanbau und -kelterei. Im Dienstleistungssektor gibt es unter anderem Möglichkeiten im Bereich Kaibau für Kreuzfahrtschiffe und Yachten; Ökotourismus; Urlaub auf dem Land; Winterurlaub und Seniorenurlaub. Weiterhin bietet die Infrastruktur der Häfen, Flughäfen, Eisenbahnen und der städtische Nahverkehr mit Booten in Florianópolis gute Geschäftschancen.

Laut einer Umfrage der Zeitschrift Exame liegt Florianópolis hinsichtlich seiner Geschäftsmöglichkeiten landesweit an dritter Stelle unter den Hauptstädten Brasiliens. Der urbane pro Kopf Konsum beträgt 4697 US-Dollar pro Jahr.