Auswandern nach Brasilien - Stattseite
Startseite » Nicki Santa Catarina 2002

 

Nicki Santa Catarina 2002

 

...Bereits 2 Monate nach meiner Ankunft, im Mai 2002, lernte ich meinen jetzigen Mann, Esteves, kennen.

Im Juli 2002 flog ich noch einmal für 3 Monate nach Deutschland zurück und löste dort dann endgültig alles auf. Im Oktober 2002 kehrte ich dann in meine "neue Heimat Brasilien" zurück und im Folgejahr heirateten Esteves und ich - am 17. November 2003.

Durch Esteves lernte ich dann auch recht schnell die Sprache. Mir blieb ja auch gar nichts anderes übrig, schliesslich sprach Esteves kein Wort Deutsch oder Englisch.

Mit Händen und Füssen beginn somit also mein Sprachunterricht;-)

Die Anfänge hier waren gar nicht so einfach, wie ich mir das Anfangs vorgestellt hab.

Die Bürokratie in Brasilien ist noch wesentlich komplizierter und nerviger als in Deutschland. So simple Sachen, wie ein Konto zu eröffnen, dauerten teilweise Wochen. Oder die eigene Firma zu gründen - all das hat schon einige Nerven und viel Zeit gekostet. Ohne meinen deutschsprachigen Steuerberater, wäre ich da hoffnungslos verloren gewesen.

Die Mentalität und Kultur der Brasilianer unterscheidet sich auch sehr von der Deutschen. Die Menschen sind zwar fast alle sehr freundlich und hilfsbereit - aber leider auch oft sehr oberflächlich. Eine Absage erteilt hier einem niemand so schnell - allerdings heisst das noch lange nicht, dass er sich auch an seine Zusage hält.

Kommste heute nicht - kommste morgen, dieses Sprichwort ist bestimmt hier in Brasilien erfunden worden;-) Die Brasilianer besitzen wirklich eine bemerkenswerte Geduld und das Zeitgefühl scheint hier oftmals sehr eingeschränkt zu sein oder gar nicht zu existieren. Wenn du z.B. nur einmal "schnell" Geld vom Konto deiner Bank abheben möchtest - dann nimm dir dafür schon mal ein paar Stunden (!!!) Zeit. Ewig lange Schlangen warten vor den 5 Schaltern, von denen aber höchstens 2 oder 3 besetzt sind. Die Brasilianer nehmen das alles sehr gelassen, mir fällt es teilweise heute - nach bereits 5 Jahren immer noch schwer.

Überwältigend ist hier in Brasilien dagegen die Natur und die Vielfältigkeit an Möglichkeiten. Wunderschöne Strände, der Atlantische Regenwald, das ganze Jahr über ist hier alles grün und auch das Wetter ist viel besser als in Deutschland.

Hier in Santa Catarina gibt es auch die Vier Jahreszeiten - zwar bei Weitem nicht so extrem ausgeprägt wie in Europa, aber doch schon bemerkbar. Im Winter (von Ende Juni bis Mitte/Ende August) gehen die Temperaturen schon mal soweit runter, dass man abends den kleinen Elektroofen anschalten kann. Es ist windiger und irgendwie erinnern die Spaziergänge am Strand dann ein wenig an das Herbstwetter an der Nord- oder Ostsee. Aber dennoch ist immer alles weiterhin grün und nicht so trist und grau wie die langen Wintermonate in der alten Heimat. Ausserdem ist diese Zeit wirklich sehr kurz. Die Sommermonate (Dezember - bis Februar) sind dann wieder sehr heiss und auch sind die Strände und Städte dann hier total überfüllt. Hunderttausende (!!!) Argentinier, Chilen und Paraguayer zieht es dann in diese Region. In der Stadt und auf den vielen Parties kann dann oftmals gleich 24 h am Stück durchgefeiert werden.

So riesig wie dieses Land ist, so unterschiedlich sind auch die verschiedenen Kulturen, Lebensgewohnheiten sowie die Landschaften der verschiendenen Regionen.

In Santa Catarina bemerkt man den europäischen Einfluss der einstiegen Einwanderer schon sehr deutlich. In Städten wie Pommerode oder Blumenau könnte man wirklich meinen, man sei irgendwo in Deutschland und nicht im tropischen Brasilien.

Santa Catarina ist bekannt für seinen doch sehr hohen Lebensstandard. Vor allem in den Städten wie Balneario Camboriú und Florianopolis ist dies deutlich spürbar. Es fehlt an nichts (ausser gutem deutschen Graubrot und Hausmacher Leberwurst;-).

Ich könnte noch ein ganzes Buch schreiben - aber dafür fehlt mal wieder die Zeit...

Würde ich wieder auswandern?

JA, sofort! Den Schritt hierher habe ich nicht bereut - allerdings würde ich heute mit anderen Vorstellungen oder besser keinen festen Erwartungen mehr an die Sache rangehen. Hier ist auch nicht alles Gold was glänzt. Aber im Vergleich zu Deutschland gefällt mir dieses Leben hier wesentlich besser. Es ist freier - auch wenn die Bürokratie einen hier wirklich den letzten Nerv rauben kann.

Was ich dir raten würde, wenn auch du auswandern willst?

Ich würde jedem erstmal raten, eine Zeitlang im gewünschtem Zielland zu leben, bevor alle Zelte abgebrochen werden. Oftmals sind die Vorstellungen und Erwartungen doch ganz anders als die Realität.

Eine Menge Papierkram ist zu bewältigen, die Sprache zu erlernen ist unabdingbar, ein guter (Steuer-) Berater ist das A&O, suche dir Leute, die bereits in dein gewünschtes Land ausgewandert sind und unterhalte dich mit ihnen über deren gemachte Erfahrungen.

Bereite diesen Schritt ausreichend vor und nicht Hals über Kopf. Schau dir den Arbeitsmarkt an und die Möglichkeiten, wie du dort dein Geld verdienen kannst.

Sei dir bewusst, dass du so manche Hürde überwinden und du die Ärmel wirklich aufkrempeln musst. Gutes Durchhaltevermögen und gesunder Optimismus sollten Grundvoraussetzungen sein. Aber nach aller Anstrengung und guter Vorbereitung wirst du den Schritt sicher auch nicht bereuen - ich habe ihn nie bereut.

  • Links zum Thema Auswandern allgemein und Infos zum Leben in Brasilien bekommt ihr auch auf unser Unterseite HIER